So verändert sich unser Suchverhalten durch Alexa, Siri und Co.

Eine Google-Suche starten, ohne einen einzigen Buchstaben einzutippen? Dank Alexa, Siri, Cortana und dem Google Assistenten ist das möglich. Egal, ob Sie wissen möchten, wie das Wetter heute wird oder ob Sie das nächste italienische Restaurant suchen – die persönlichen Sprachassistenten wissen eine Antwort und helfen Ihnen ganz bequem weiter.

Es zeigt sich, dass auch in Deutschland die Sprachsuche längst keine Spielerei mehr ist. Da immer mehr User per Sprachbefehl suchen, müssen sich auch Webseitenbetreiber auf die Anforderungen der Voice Search einstellen. Wir zeigen Ihnen, was Sie jetzt wissen müssen!

Wer nutzt die Sprachsuche?

Studien zeigen, dass derzeit etwa ein Siebtel der Weltbevölkerung die Sprachsuche nutzt. Experten gehen von einem rasanten Wachstum aus. Es wird erwartet, dass im Jahr 2020 bereits jede zweite Suchanfrage per Sprachbefehl erfolgt. Die neue Technik kommt insbesondere bei jüngeren Usern gut an. So verwenden beispielsweise in den USA schon heute 70 Prozent der 18- bis 29-Jährigen die Sprachsuche. In Deutschland dürfte die Zahl noch deutlich geringer ausfallen.

Warum ist die Suche per Sprachbefehl so beliebt?

Immer dann, wenn es um einen sehr bequemen und schnellen Zugriff auf Informationen geht, wird besonders gerne auf Siri, Alexa und Co. zurückgegriffen. Wenn man nach den Gründen für die Sprachsuche fragt, dann geben rund 60 Prozent der Nutzer an, dass sie froh sind, die Hände freizuhaben. Wichtig ist den Usern auch, dass sie deutlich schneller an die gewünschten Suchergebnisse gelangen und Suchbegriffe nicht mühsam eintippen müssen.

Die Nutzung der Sprachsuche heute und in der Zukunft

Digitale Assistenten finden sich nicht nur in Smartphones, Tablets oder dem Alexa-Lautsprecher – mittlerweile sind auch viele Autos, Fernseher etc. mit den digitalen Assistenten ausgestattet. Noch dienen die Sprachassistenten dazu, einfache Fragen zu beantworten oder vernetze Smart-Home-Geräte zu steuern. Doch dabei wird es langfristig nicht bleiben. Da die Assistenten immer besser darin werden, die Sprachanfragen zu „verstehen“, bietet sich hier viel Potenzial für die Zukunft. So könnten sich zum Beispiel sprachgesteuerte Verkaufsplattformen entwickeln, wie es bereits Amazon mit Alexa vormacht.

Wie unterscheidet sich die Sprachsuche von der klassischen Suche?

Vergleicht man die Sprachsuche mit der klassischen Suche per Eintippen, dann fällt auf, dass besonders oft auf mobilen Geräten wie dem Smartphone per Sprachbefehl gesucht wird. Auffällig ist auch, dass die Sprachsuche häufig einen lokalen Bezug hat, da die User unterwegs auf diese zeitsparende Suchmöglichkeit zurückgreifen.

Die sprachbasierte Suche unterscheidet sich aber nicht nur hinsichtlich der Nutzungssituation, sondern auch in der Art, wie die Suchanfrage formuliert wird. Fassen sich die User beim Schreiben kurz, so formulieren sie bei der Sprachsuche in der Regel ganze Sätze. Lediglich zwei bis drei Begriffe tippt jeder User durchschnittlich bei der klassischen Suche ein. Die Sprachsuche hingegen ist deutlich komplexer und dialogorientierter. So wird aus „Italiener 1020 Wien“ in der sprachbasierten Suche „Wo kann ich im 2. Wiener Bezirk gut italienisch essen gehen?“.

Wie kann ich meine Firmenhomepage für die Sprachsuche optimieren?

Wir haben die drei wichtigsten Tipps für die Voice-Search-Optimierung Ihrer Unternehmenswebsite für Sie zusammengestellt:

1. Mobile First

Abgesehen davon, dass Seitenbetreiber über kurz oder lang ohnehin nicht an einer mobilen Optimierung ihrer Website vorbeikommen, ist die mobile Eignung der eigenen Seite besonders essenziell für die Sprachsuche. Denn User nutzen die Suche per Sprachbefehl überwiegend unterwegs auf dem Smartphone.

Es ist jedoch nicht nur wichtig, dass Ihre Firmenhomepage grundsätzlich für mobile Geräte geeignet ist. Achten Sie auch auf:

  1. Kurze Ladezeiten: Wer die Sprachsuche nutzt, ist meist in Eile und braucht schnell eine Antwort auf seine Frage. Langsame Webseiten sind deshalb ein No-Go. Die Ladegeschwindigkeit für die Sprachsuche sollte nicht über 1,5 Sekunden liegen. Für längere Ladezeiten sind die User einfach zu ungeduldig.
  2. Schnell erfassbare Inhalte: Die Nutzer möchten schnell eine Antwort auf ihre Suchanfrage erhalten und haben auch keine Lust, sich auf dem kleinen Bildschirm durch ellenlange Texte zu quälen. Alle wichtigen Informationen müssen deshalb übersichtlich und gut strukturiert dargestellt werden.
  3. Daumenfreundlichkeit: Wer ein Smartphone bedient, der nutzt den Daumen oder Zeigefinger. Icons und Schaltflächen dürfen deshalb nicht zu klein sein oder zu nah aneinander liegen.

2. Lokale Optimierung

Aufgrund der mobilen Nutzung hat die Sprachsuche häufig einen lokalen Bezug. Etwa ein Viertel der Suchen per Sprachbefehl beziehen sich auf konkrete Lokalitäten, wie zum Beispiel Restaurants, Geschäfte, Hotels oder öffentliche Einrichtungen. Die lokale Optimierung ist deshalb für die Sprachsuche unabdingbar – insbesondere, wenn man sich vor Augen hält, dass Google-Nutzer, die zuvor per Sprachsuche ein lokales Unternehmen gesucht haben, dieses innerhalb der nächsten 30 Minuten aufsuchen.

Damit Ihr Unternehmen bei der lokalen Suche möglichst weit vorne erscheint, ist ein vollständig ausgefüllter, verifizierter und aktueller Google-My-Business-Eintrag unerlässlich. Hier hinterlegte Daten wie Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten sollten stets korrekt sein. Wichtig ist auch, dass Sie eine passende Kategorie auswählen. Neben der Entfernung zum Ziel und der Übereinstimmung der Suchanfrage zählen Bewertungen zu den relevantesten Faktoren bei der lokalen Suche. Achten Sie darauf, dass Sie über möglichst viele positive und authentische Bewertungen verfügen, damit Ihnen sowohl Google als auch die Nutzer ihr Vertrauen schenken.

3. Gesprochene Sprache und Longtail Keywords verwenden

Da die Sprachsuche einer Konversation mit dem jeweiligen Gerät gleicht, sollten Sie laut vorlesbaren Content für Ihre Website verfassen. Ideal ist es, wenn Sie den Sprachstil an die gesprochene Sprache anpassen und einen möglichst natürlichen Ton wählen.

Da Fragen bei der sprachbasierten Suche besonders beliebt sind, rücken sogenannte W-Fragen (Wer?, Was?, Wann?, Wie?, Wie viel? etc.) in den Fokus. Antworten auf diese Fragen können von den Sprachassistenten vorgelesen werden. Beantworten Sie deshalb häufige Fragen rund um Ihr Unternehmen und Ihre Leistungen auf der Firmenhomepage, zum Beispiel auf einer FAQ-Seite.

Sinnvoll ist es darüber hinaus, auf Longtail Keywords zu setzen. Diese Keywords enthalten in der Regel mehrere aneinandergereihte Begriffe oder ganze Keyword-Phrasen, die der gesprochenen Sprache ähneln.

Fazit

Auch wenn die Sprachsuche noch in den Kinderschuhen steckt, sollten sich Webseitenbetreiber bereits heute Gedanken darüber machen, wie sie auf Anforderungen der sprachbasierten Suche reagieren können. Experten sind sich einig: Die Suche per Sprachbefehl ist die Suche der Zukunft.


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